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Rebecca Horns Rauminstallation
„Raum des verwundeten Affen“ im Rahmen des Ausstellungsprojektes „Die Endlichkeit der Freiheit“ (Berlin 1990) – Entstehung, Kontext und Funktionsweise


17. März 2020, 19:00 bis 20:30 Uhr
Vortrag von Sarah Alberti, Kunsthistorikerin und Journalistin, Leipzig
Im Anschluss Gespräch: Sarah Alberti und Günter Fenner, Assistent von Rebecca Horn (1989/90), Leipzig
Moderation: Uta Caspary, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Nationalgalerie
Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich
Berlin, Kulturforum, Sonderausstellungshalle
Matthäikirchplatz 6, 10785 Berlin

Das Lebendige an der Kunst
ist die Differenz zur Politik -
das Kunstwerk weist sowohl auf den Terror der Verwirklichung
als auch auf das Unwirkliche hin

Heiner Müller, 1990

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MOMENTAUFNAHME IM POLITISCHEN VAKUUM
DISSERTATIONSPROJEKT

Kulturakteure aus Ost und West hatten sich im November 1989 zusammengefunden, um in Berlin das Ausstellungsprojekt "Die Endlichkeit der Freiheit" zu realisieren, das auf eine Idee des Dramatikers Heiner Müller zurückgeht. Zur Besonderheit der dafür von elf nationalen wie internationalen Künstlern gewählten Orte trat während der Laufzeit vom 1. September bis zum 7. Oktober 1990 das historische Moment des politischen Umbruchs, das sich mitunter direkt in die zweiteiligen Beiträge der Künstler einschrieb. Die besonderen Entstehungsumstände berücksichtigend, wird das Ausstellungsprojekt im Rahmen der Dissertation als Zeitzeugnis begriffen und daraufhin befragt, inwieweit es organisatorisch die Geschehnisse, Umbrüche und Annäherungen beider deutscher Staaten auf (kultur-)politischer Ebene im Jahr 1990 spiegelt. Die kuratorisch indirekt formulierten Setzungen Ortsspezifik, Zeitspezifik und Prozesshaftigkeit bilden die zentralen Analysekriterien für ausgewählte künstlerische Beiträge, die die politische Vakuumsituation des Jahres 1990 nicht nur spiegeln, sondern auch deutsch-deutsche Geschichte kommentieren oder künftige Entwicklungen prognostizieren. Die schließlich sichtbaren Beiträge, die kuratorischen Intentionen sowie die historische Vakuumsituation werden aufgrund ihrer genuinen Relationalität einander stets gespiegelt, das Projekt aufgrund seiner Entstehungsumstände auf seine Zeitzeugenschaft für das Jahr 1990 hin untersucht und die künstlerischen Beiträge als öffentlich geäußerte Statements zur Situation Berlins auf dem Weg zur deutschen Einheit gelesen.
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Via Lewandowsky: Zur Lage des Hauptes
Siegessäule / Haus der Ministerien, Berlin 1990
© Fotos: Michael Harms
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Sarah Alberti: Zur Lage des Hauptes. Via Lewandowskys Beitrag für das Ausstellungsprojekt "Die Endlichkeit der Freiheit" im Jahr 1990, in: Tino Mager und Bianka Trötschel-Daniels (Hg.): Rationelle Visionen. Raumproduktion in der DDR / Forschungen zum baukulturellen Erbe der DDR, Bnd. 8, Weimar 2018, S. 172-189.
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Die Mauer – ein Phantomschmerz
Gemischte Gefühle beim Anblick der West-Kunst in der Ost-Realität

Petra Kipphoff in: DIE ZEIT 37/1990

Man nehme: einen Berliner Stadtplan, einen Packen bunter Kugelschreiber und den Ausstellungsprospekt "Die Endlichkeit der Freiheit". Dann kreise man die siebzehn Orte des Geschehens farbig ein, informiere sich über Bus-, U- und S-Bahnverbindungen, lege sich einen Ablauf zurecht (Numerierung hilft) und nehme sich zwei Tage Zeit. Am Ende dieser Expedition (ähnlich wurde man nur als Schüler vom Lehrer für Heimatkunde durch die Stadt geschickt) ist man teils am Ende und teils am Anfang. Und hat einen Blick in jene ungewöhnlichen Gefilde getan, die Heiner Müller den "Abgrund der Freiheit" nennt.

Von Heiner Müller, dem Dramatiker, und den Künstlern Rebecca Horn und Jannis Kounellis stammt die Idee, mit einer Handvoll von Künstler-Freunden temporäre Aktionen und Installationen in West- und Ost-Berlin zu konzipieren. ...
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Sarah Alberti: Die Endlichkeit der Freiheit Berlin 1990; Hans Haacke: "Die Freiheit wird jetzt einfach gesponsert – aus der Portokasse", in: Jan Wenzel, u.a. (Hg.): Das Jahr 1990 freilegen. Leipzig 2019, S. 490f.
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